Regierungen weltweit schreiben die Regeln dafür neu, wie Social-Media-Plattformen mit Minderjährigen interagieren dürfen. Das Tempo hat sich seit dem flächendeckenden Unter-16-Verbot in Australien (Dezember 2025) deutlich erhöht. Mehrere EU-Mitgliedstaaten haben mit Unter-15-Gesetzen nachgezogen, und die EU selbst überlagert das Ganze mit dem Digital Services Act, dem kommenden Digital Fairness Act und einer EU-weiten Altersnachweis-App.
Diese Seite erfasst den aktuellen Stand in jedem behandelten Land — sortierbar nach Status, Altersgrenze oder Jahr. Monatlich aktualisiert. Wie die Statusfelder belegt und geprüft werden, ist in der Methodik-Seite dokumentiert.
Am 15. April 2026 hat die Europäische Kommission bekannt gegeben, dass ihre Altersnachweis-App technisch einsatzbereit ist. Das System basiert auf sogenannten Zero-Knowledge-Proofs — einem kryptografischen Verfahren, mit dem eine Person nachweisen kann, dass sie über einem bestimmten Alter liegt (13, 16 oder 18), ohne das tatsächliche Geburtsdatum oder andere persönliche Daten preiszugeben.
Sieben EU-Mitgliedstaaten — Frankreich, Spanien, Italien, Dänemark, Griechenland, Zypern und Irland — planen, die App bis Ende 2026 in ihre nationalen digitalen Identitätssysteme zu integrieren. Das Ziel: ein einheitlicher, datenschutzfreundlicher Standard, auf den Plattformen sich verlassen können — statt des aktuellen Flickenteppichs nationaler Regelungen.
Zypern ist das jüngste europäische Land, das soziale Medien für Kinder verbietet. Am 16. April 2026 gab Präsident Nikos Christodoulides bekannt, dass Kinder unter 15 Jahren in Zypern künftig keinen Zugang mehr zu Social-Media-Plattformen haben werden.
Die Ankündigung kommt nur einen Tag, nachdem die Europäische Kommission ihre Altersnachweis-App für einsatzbereit erklärt hat — und nur acht Tage nach der Ankündigung des gleichen Verbots durch das Nachbarland Griechenland.
Was wird verboten?
Das Verbot betrifft Social-Media-Plattformen, die auf nutzergenerierte Inhalte und algorithmische Feeds setzen: